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epd-West, 26.1.2011

Präses Schneider kritisiert "Prekarisierung der Arbeit"

Bonn (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, kritisiert, dass immer mehr Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben könnten. 

Kritisiert Prekarisierung der Arbeit: Präses Nikolaus Schneider Kritisiert Prekarisierung der Arbeit: Präses Nikolaus Schneider

„Hier zeigt sich sozialpolitisch dringender Nachbesserungsbedarf“, sagte er am Dienstagabend in Bonn auf einer Tagung zur Zukunft der sozialen Marktwirtschaft. Der Wirtschaftsforscher Gustav-Adolf Horn plädierte bei der Veranstaltung der Evangelischen Akademie im Rheinland für eine stärkere Marktregulierung durch den Staat.

 

Prekarisierung der Arbeit gibt Anlass zur Sorge 

Schneider sagte, auch wenn sich die Arbeitsmarktzahlen in den vergangenen Monaten erfreulich verbessert hätten, steige der Anteil der Arbeitnehmer, die befristet in Teilzeit oder zu niedrigen Löhnen beschäftigt seien. Diese „Prekarisierung der Arbeit“ gebe Anlass zur Sorge, weil die Daseinsvorsorge für diese Menschen keineswegs armutsfest genannt werden kann“, betonte der Präses der rheinischen Landeskirche und frühere Diakoniepfarrer.

 

Plädoyer für eine sozial und ökologisch gestaltete Marktwirtschaft in globaler Verpflichtung

Um Armut zu vermeiden, sei auch Bildung wichtig. „Dennoch werden gerade die Kommunen, die für den Bereich früher Bildung zuständig sind, finanziell ausgetrocknet“, kritisierte der 63-jährige Theologe. Er plädierte für eine „sozial und ökologisch gestaltete Marktwirtschaft in globaler Verpflichtung“. Dazu gehöre neben Wettbewerb, Marktregeln und sozialen Sicherungssystemen auch ein veränderter Wohlstands-und Wachstumsbegriff. Die evangelische und die katholische Kirche erwägen nach Schneiders Worten, sich nach ihrem gemeinsamen Sozialwort von 1997 erneut zusammen zum Thema zu äußern.

 

 

Auf dem Podium: SPD-Politiker Michael Müller (l.) und Dominik Enste, Institut der Deutschen Wirtschaft (r.) Auf dem Podium: SPD-Politiker Michael Müller (l.) und Dominik Enste, Institut der Deutschen Wirtschaft (r.)

SPD-Politiker Müller: Begrenzung der natürlichen Ressourcen in den Blick nehmen

Michael Müller(SPD), Ex-Staatssekretär im Bundesumweltministerium, mahnte einen kulturellen Wandel hin zu mehr Genügsamkeit an. „Wir leben etwa zehnmal über unseren Verhältnissen“, sagte er mit Blick auf die begrenzten natürlichen Ressourcen. „Wir müssen endlich lernen, mitGrenzen und Endlichkeit umzugehen.“

Blick ins Plenum Blick ins Plenum

Unterschiedliche Schlussfolgerungen aus der Finanzkrise

 

Um Krisen und Unsicherheiten an den Finanzmärkten zu begrenzen, fordert der Wirtschaftsforscher Horn eine stärkere Regulierung durch den Staat. Die Grundprobleme, die zur jüngsten Wirtschafts-und Finanzkrisegeführt hätten, seien noch nicht gelöst, sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Sowohl die Politik als auch die Zentralbanken sollten sich ihrer Macht zur Regulierung bewusst werden.

 

Dagegen erklärte Dominik Enste vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln, dass sich die Wirtschaftsordnung in Deutschland in der Krise bewährt habe. Er kritisierte jedoch, dass die Konjunkturprogramme zu spät gekommen seien. Angesichts des längst einsetzenden Aufschwungs hält Enste Konjunkturprogramme jetzt nicht mehr für angebracht.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Evangelischen Pressedienstes (epd) - West

Zum Nachhören: Vortrag von Präses Schneider "Gezähmte Märkte und verantwortete Freiheit"

 

 

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epd-West / 26.01.2011



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