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Raiffeisendenkmal in Weyerbusch. Bildnachweis: Ev. Kirchenkreis Altenkirchen Raiffeisendenkmal in Weyerbusch. Bildnachweis: Ev. Kirchenkreis Altenkirchen

Evangelische Kirche würdigt Genossenschaftsgründer Raiffeisen

Appelle zu mehr Gerechtigkeit und gemeinschaftlichem Wirtschaften

Hamm/Sieg (epd). Zum 200. Geburtstag des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) hat die Evangelische Kirche im Rheinland zu mehr wirtschaftlicher und sozialer Gerechtigkeit aufgerufen.

Die Schere zwischen Arm und Reich dürfe nicht weiter auseinandergehen, sagte der leitende Theologe Manfred Rekowski am Sonntag in einem Festgottesdienst in Raiffeisens Geburtsort Hamm/Sieg im Westerwald. „Es darf nicht ein dauerndes Gefälle von Hilfsbedürftigen und Vermögenden geben.“

Rekowski forderte zu einer globalen Verantwortungsethik auf. Es gelte, der „Spaltung der Welt in Vermögende und Arme“ entgegenzuwirken, sagte der rheinische Präses, der auch Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, laut Redetext. Die Anstrengung müsse darauf gerichtet sein, „dass alle leben können“. Die Position als wichtige Wirtschaftsmacht dürfe nicht genutzt werden, „um unseren Einfluss und unsere Gewinnchancen abzusichern, sondern um anderen mit auf die Beine zu helfen“.

Rekowski erinnerte daran, dass Raiffeisen als Mitbegründer der Genossenschaftsidee den Hunger von Menschen hautnah erlebt habe und aus christlicher Überzeugung aktiv geworden sei. Dabei sei es ihm nicht um Mildtätigkeit gegangen, sondern um Teilhabegerechtigkeit, etwa durch Kleinkredite an Bauern. Raiffeisen, der am 30. März 200 Jahre alt geworden wäre, habe die Ideen entwickelt für die Gründung der Hilfsvereine und der Kreditkassen, die Solidarhaftung aller Genossenschaftsmitglieder sowie die Ablehnung von Dividenden für die Geldgeber.

Die Auslöser und Folgen wirtschaftlicher und sozialer Krisen können nach den Worten der Sozialforscherin Ingrid Schmale auch heute Ausgangspunkt für gemeinschaftliches Wirtschaften sein. Seit der Jahrtausendwende seien sehr viele Genossenschaften neu gegründet wurden, so dass nahezu ein Drittel der heute in Deutschland existierenden eingetragenen Genossenschaften recht junge Gebilde seien, sagte die Wissenschaftlerin der Universität Köln in einem Vortrag mit dem Titel „Organisiert euch in Genossenschaften!“.

Neue Genossenschaftsgründungen gibt es nach Angaben Schmales beispielsweise in den Bereichen Energie, Gesundheit und Wohnen. Häufig dienten sie dem Erhalt der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Infrastruktur, sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin und verwies auf genossenschaftlich organisierte Kinos, Gaststätten, Schwimmbäder, Kulturzentren und Dorfläden. Genossenschaftliche Unternehmen seien nicht markt- und wettbewerbsorientiert, sondern zielten auf Nachhaltigkeit und die Deckung des Bedarfs der Mitglieder. Diese Ausrichtung zeige sich an Raiffeisens Idee, anstelle von Gewinnausschüttungen an die Mitglieder Stiftungsfonds anzusammeln. Veranstalter des Festtagswaren die Evangelische Kirchengemeinde Hamm/Sieg und die Evangelische Akademie im Rheinland, die im Juni einen „Evangelischen Raiffeisenkongress“ in Bonn veranstaltet.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des epd-Landesdienstes West

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epd / 19.03.2018



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