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Interview mit Kerstin Schmitz-Mohr, Regionalsprecherin von INITIATIVE e.V.

Höchste Qualität - um jeden Preis?

Mit "Qualität" und "Qualitätsmanagement" in der Wirtschaft setzte sich am 1. und 2. März 2013 eine Tagung auseinander, die die Akademie zusammen mit der INITIATIVE für evangelische Verantwortung in der Wirtschaft Mittel- und Osteuropas e.V. durchführte.  

Foto: fotolia.com. Fotograf: JiSIGN LupeFoto: fotolia.com. Fotograf: JiSIGN

Im Vorfeld der Tagung "Höchste Qualität - um jeden Preis? Unternehmer-Leben im Gleichgewicht von Produkt- und Lebensqualität" sprach die Öffentlichkeitsbeauftragte der Akademie, Hella Blum, mit Kerstin Schmitz-Mohr, Regionalsprecherin Rheinland-Nord von INITIATIVE e.V. und selbst Unternehmerin.

Interview mit Kerstin Schmitz-Mohr, Regionalsprecherin Rheinland-Nord von INITIATIVE e.V.

Frau Schmitz-Mohr, um Qualität im Unternehmen geht es bei unserer gemeinsamen Tagung am 1. und 2. März. Was hat Sie an dieser Fragestellung gereizt?

Kerstin Schmitz-Mohr: Das Thema Qualität ist heute in aller Munde und wird immer mehr eingefordert...vom Verbraucher, aber auch aus den Unternehmen heraus. Wir wollen bei unserer gemeinsamen Tagung erfahren, welchen Wert ein solcher Qualitätsanspruch für die Gesellschaft, aber auch für den einzelnen Unternehmer hat. Welchen Qualitäts-Anspruch verfolgt ein Unternehmer und was hat er auch persönlich davon? Was motiviert ihn ggf., stets nach höchster Qualität zu streben?

Qualitätsmanagement, d.h. aufeinander abgestimmte organisatorische Maßnahmen, sollen dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu verbessern und hohe Produktqualität sicherzustellen. Doch wie sieht der Alltag in Kleinen und Mittleren Unternehmen aus, die INITIATIVE ja vor allem im Blick hat? Ist Qualitätsmanagement dort Pflicht oder Kür?

Kerstin Schmitz-Mohr: Genau dieser Frage wollen wir in einer Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Unternehmen, Verbänden und der Handwerkskammer nachgehen. Denn sicher ist es für den Klein- und Mittelständler deutlich aufwendiger, ein systematisches Qualitätsmanagement einzuführen und daran fest zu halten.

Worin sehen Sie von ihrer unternehmerischen Praxis her die Vorteile von Qualitätsmanagement, sozusagen „das Bonbon“, und wo die „bittere Pille“?

Kerstin Schmitz-Mohr: Ein systematisches Qualitätsmanagement macht den Erfolg eines Unternehmens wiederholbar, da ich durch mein Management die einzelnen Schritte festlege. Hierdurch ist das Unternehmen in der Lage, die erfolgreichen Schritte jederzeit zu wiederholen und Prozesse abzusichern. Dies ermöglicht einen nachhaltigen und nachvollziehbaren Erfolg. Ein möglicher Nachteil ist der Aufwand, den ich als Unternehmen betreiben muss, wenn ich ein Qualitätsmanagement einführen und betreiben möchte. Denn zunächst müssen alle Prozesse und Entscheidungswege definiert und schriftlich festgehalten werden. Dies kann, insbesondere für Klein- und Mittelständler einen enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand bedeuten.

Sie thematisieren aber nicht nur die Produktqualität, sondern wollen auch den Blick lenken auf  das „Unternehmer-Leben im Gleichgewicht von Produkt- und Lebensqualität“ – wie es im Untertitel der Tagung heißt. Wo liegen Ihrer Meinung nach Berührungspunkte zwischen Produkt- und Lebensqualität, wo ist das Konfliktpotential?

Kerstin Schmitz-Mohr: Ich glaube, dass es Freude macht, Produkte oder Leistungen zu schaffen, die einem Qualitätsanspruch genügen. Insofern kann das Streben nach Qualität motivieren und auch meine eigene Lebensqualität erhöhen. Es gibt mir ein gutes „Lebensgefühl“, Qualität zu schaffen bzw. qualitativ hochwertig zu arbeiten. Schwierig wird es immer dann, wenn mein persönlicher Anspruch nicht zu realisieren ist, entweder mangels Mitteln oder mangels Möglichkeiten oder, weil mein Umfeld es nicht zulässt.

Die Tagung diskutiert gutes Qualitätsmanagement aus betriebswirtschaftlicher, verbraucherpolitischer, wirtschaftsethischer, aber auch aus theologischer Sicht. Welche Impulse erhoffen Sie sich von der Theologie beim Umgang mit dem unternehmerischen Thema „Qualität?“

Kerstin Schmitz-Mohr: Qualität und Qualitätsmanagement hat immer auch etwas mit Zuverlässigkeit und Vertrauen zu tun. Dies sind christliche Werte, für die ich als Unternehmer einstehen sollte, wenn ich Qualität anstrebe. Nur, wenn ich bereit bin, mein Wort zu halten, und nur die Qualität zu versprechen, die ich auch tatsächlich leisten kann, kann ich reinen Gewissens mit meiner Qualitätszusage werben. Alles andere wäre Betrug am Verbraucher und ein Stück weit auch an mir selber. Insofern hoffe ich, durch die theologischen Impulse Inspirationen insbesondere für diese „Gewissensfrage“ zu erhalten. Wie kann ich als Unternehmer erkennen, dass es auch für mich selbst einen Mehrwert hat, wenn ich mit meinen Produkten oder Leistungen nach höchster Qualität strebe. Einfach gesagt: Was habe ich als Mensch davon, wenn ich in meinem Unternehmen nach Qualität strebe?

Last, but not least: Worauf freuen Sie sich besonders bei der Tagung?

Kerstin Schmitz-Mohr: Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Manfred Maus, dem Mitbegründer der OBI Baumärkte,  am zweiten Tag unserer Tagung. Er war und ist ein Unternehmer und praktizierender Christ, der das Thema Qualität und Nachhaltigkeit sowohl in Bezug auf Produkte als auch in Bezug auf die Leistung von Menschen stets verfolgt hat. Er hat immer betont, sich als Dienstleister zu verstehen. Und er hat den „Dienst am Menschen“ als oberste Aufgabe betrachtet. Spannend an unserer Begegnung ist darüber hinaus, dass ich ebenfalls lange für das Unternehmen OBI tätig war und somit seine Unternehmens- und Lebensphilosophie „hautnah“ erleben durfte.    

Frau Schmitz-Mohr, herzlichen Dank für das Gespräch!

Kerstin Schmitz-Mohr, Regionalsprecherin Rheinland-Nord von INITIATIVE e.V. LupeKerstin Schmitz-Mohr, Regionalsprecherin Rheinland-Nord von INITIATIVE e.V.

Zur Person:
Kerstin Schmitz-Mohr

Geb. 1969, Abitur,  Diplom-Betriebswirtin (BA)/ Fachrichtung Handel. Inhaberin KSM Beratung (für Organisations- und Personalentwicklung), Köln. Zusatzqualifikation: Ausbildung zur Mediatorin (Konfliktmanagement und –lösung), Trainerausbildung zu Situational Leadership nach Ken Blanchard (Unternehmens interner  Lehrgang), Train the Trainer I/ Lebendige Seminargestaltung bei INTEGRATA Köln. INITIATIVE - Regionalsprecherin Rheinland-Nord.

Tagung:
"Höchste Qualität - um jeden Preis?
Unternehmer-Leben im Gleichgewicht von Produkt- und Lebensqualität"
1. bis 2. März 2013

Mehr Informationen finden Sie hier

Das ausführliche Tagungsprogramm ist am Schluss dieses Artikels zum Download bereit gestellt.

 

 

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hbl / 20.02.2013



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